Frage: Ehrenamt bei der Rente anrechnen?

Das Ehrenamt ist ein freiwilliges Engagement für die Gesellschaft. Aber was, wenn es ohne Ehrenamt nicht mehr geht?

Heike Offermann vom Seniorenheim Am Löhberg in Hechthausen fragt:

Liebe Susanne,

was mir eigentlich unter den Nägeln brennt, ist folgendes: Wenn die Politik der Meinung ist, dass wir das Ehrenamt brauchen und dann zwingender Weise die Menschen dazu, warum erkennt man die ehrenamtliche Arbeit nicht in der Rente an? Da nach meiner Kenntnis sehr viele Frauen im Ehrenamt tätig sind und sehr viele Frauen im Alter unter Altersarmut leiden müssen, könnte man auf diese Weise vielen Problemen aus dem Wege gehen. Der Staat – d.h. wir alle, muss ja auch bezahlen, wenn alte Leute finanziell unterstützt werden. Aber vielleicht liege ich ja mit meinem Standpunkt vollkommen verkehrt.
Liebe Grüße Heike Offermann

 

Liebe Heike,

ich kann Deinen Gedanken sehr gut nachvollziehen.
Das Ehrenamt ist eine freiwillige Leistung für die Gesellschaft, die wir in Deutschland zwingend brauchen und ohne die wir das gesellschaftliche Leben heutzutage kaum bestreiten könnten. Schwierig wird es immer dann, wenn Ehrenamt nicht mehr aus Geben und Nehmen besteht, sondern als einseitige Leistung abgefordert wird.
Eine Pauschale Abgeltung für die ehrenamtliche Leistung wird kaum umsetzbar sein. Aber gerade für die Bereiche, in denen die Arbeit ohne Ehrenamt kaum mehr leistbar ist – gerade wie in der Altenpflege – müssen wir von politischer Seite neue Lösungsansätze überdenken.